Offroadreifen für Ihren SUV oder Geländewagen

SUV und Geländewagen sind beliebte Alltagsfahrzeuge. Der Einsatz auf der Straße ist mittlerweile gängig – hier reichen normale PKW-Reifen aus. Wer mit seinem Offroader auch gerne mal ins Gelände fährt, benötigt die passenden Reifen. Hier finden Sie heraus was einen Offroadreifen ausmacht, welche verschiedenen Typen es gibt und ob Sie diese Bereifung auch auf der Straße fahren dürfen.

Offroad-Fahrzeug im Gelände

Was ist ein Offroadreifen?

Offroad bedeutet auf Deutsch so viel wie „abseits der Straße“ – diese Reifen sind für den Gebrauch im Gelände konzipiert. Sie dürfen die 4x4-Bereifung auch auf der Straße fahren, je nach Reifentyp ist das aber weniger komfortabel.

Offroadreifen haben einen bestimmten Aufbau, damit Sie den höheren Belastungen im Gelände standhalten.

Die besondere Gummimischung sorgt für guten Grip auf verschiedenen Untergründen und bei wechselnden Temperaturen. Die Lauffläche hat meist grobe Profilblöcke mit tiefen und breiten Rillen – so können Sie auch gröberes Gestein bewältigen und die Brocken setzen sich nicht so leicht im Profil fest. Auf die Reifen wirken bei Geländefahrten hohe Kräfte – um diese auszugleichen ist der Karkassenaufbau besonders stabil. Die Reifenflanken sind auch verstärkt, damit sie das hohe Gewicht des massiven Fahrzeuges problemlos tragen können.

Es gibt verschiedene Stufen der Geländegängigkeit. Hier haben wir die klassischen Profiltypen für Sie aufgeführt:

ST oder HT-Profile

ST steht für „street terrain“ und HT für „highway terrain“. Beide Bezeichnungen beschreiben einen Reifen, der für den hauptsächlichen Gebrauch auf der Straße entwickelt wurde – das Verhältnis von Straßen- zu Geländenutzung liegt bei ca. 90:10. Diese Profilart ist gut geeignet, wenn Sie mit Ihrem SUV vor allem auf Straßen unterwegs sind und sich einen optisch ansprechenden Reifen wünschen. Sandige Parkplätze mit Schlaglöchern, Fahrten zu Ihrem Feldgrundstück oder in den Wald zum Hundespaziergang sind mit dieser Bereifung keine Herausforderung.

Geländereifen für den vorwiegenden Straßeneinsatz

AT-Profile

AT bedeutet „all terrain“ – diese Offroadreifen sind besonders ausgewogen und für alle Einsatzzwecke geeignet. Das Straßen-Gelände-Verhältnis liegt bei 50:50. Sie bezwingen ohne Schwierigkeiten leichtes bis mittelschweres Gelände und bewegen sich immer noch recht komfortabel auf der Straße. Wenn Sie beide Funktionen in einem Fahrzeug vereinen möchten, dann ist der AT-Reifen Ihre Möglichkeit. AT-Reifen überzeugen auch optisch – das aggressive Profil passt gut zu Geländefahrzeugen.

Offroadreifen im leichten Gelände

MT-Profile

„mud terrain“ steht hinter dem Kürzel MT – diese Reifen sind, wie der Name bereits ankündigt, für matschige Furten, sandige Dünen und grobes Gestein gedacht. Der Fokus liegt mit einer Gewichtung von 80:20 definitiv auf den Offroadfahrten, Sie dürfen diesen Reifen aber auch auf der Straße fahren, wenn er den Regelungen der StZVO entspricht. Der Komfort bleibt auf der Straße aber zurück, da dieser Reifentyp für seinen Einsatzzweck im Gelände besonders grobstollig und robust sein muss.

MT-Offroad-Profil

Offroadreifen im Winter – geht das?

Sie können Geländereifen, die für die Straße zugelassen sind immer auf der Straße fahren, wenn Sie den Anforderungen der StZVO entsprechen. Dazu gehört zum Beispiel eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm – hier werden Sie bei den 4x4-Reifen eher keine Schwierigkeiten bekommen. Für den Winter kommt noch die Kennzeichnung für Wintertauglichkeit hinzu. Für Reifen, die ab 2018 produziert wurden, ist das das Alpine-Symbol. Bereifung mit einer DOT von 2017 oder früher, die mit der M+S-Kennung versehen ist, kann in einer Übergangsfrist bis 30.09.2024 noch als Winterbereifung gefahren werden. Diese Regelung gilt übrigens nicht nur für Winter-Pneus, sondern auch für Offroadreifen in Form von Ganzjahresreifen.
Viele Geländewagenfahrer suchen nun nach älteren Reifen mit M+S – weil das keine eingetragene Bezeichnung ist, finden Sie diese auf sehr vielen Reifen. Sie sollten dabei aber immer bedenken, dass
nur die Alpine-Kennung gewährleistet, dass das Profil wirklich für Winterwetter geeignet ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Wunschreifen die passende Kennung trägt, kontaktieren Sie uns gerne vor dem Kauf, dann können Sie sicher sein.

Brauche ich spezielle SUV-Reifen?

Die Auswahl der passenden Reifen kann eine Herausforderung sein. Das Angebot wird immer größer und die Einsatzgebiete immer präziser.

Egal ob Sie einen Kleinwagen, SUV oder Geländefahrzeug fahren, für die Wahl Ihrer Reifen ist der Einsatzzweck entscheidend.

Wenn Sie sich mit Ihrem SUV also nur im normalen Straßenverkehr bewegen, benötigen Sie keine speziellen Offroadreifen. Wenn Sie einen Kombi fahren, aber regelmäßig Feldwege zu Ihrem Acker oder Waldgrundstück fahren müssen, können ST-Reifen sinnvoll sein. Wichtig ist vor allem, dass Sie die richtige Reifengröße wählen und auf den passenden Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex achten.

Kennzeichnungen bei 4x4-Reifen

Die Kürzel und Symbole auf einer Reifenflanke oder in der Beschreibung können verwirrend sein. Bei Reifen für besondere Einsatzzwecke, wie Offroadreifen, konnen noch weitere dazukommen. Hier haben wir eine Übersicht der wichtigsten Kennungen für Sie.

PP steht für „passenger“ – auf Deutsch Passagier. Diese Reifen sind für den privaten und nicht für den gewerblichen Gebrauch bestimmt.
PRO/ POR Diese Kennung steht für „professionell offroader“. Diese Reifen werden gewerblich von Jägern, Förstern oder Landwirten eingesetzt, Sie dürfen das Profil theoretisch aber auch privat fahren, wenn es alle Anforderungen der StZVO erfüllt.
T/ADiese Abkürzung steht für eine gute Traktion – sie wird zum Beispiel auf BF Goodrich-Reifen verwendet.
LTLT bedeutet ausgeschrieben „light truck“. Bereifung mit dieser Kennung können Sie auf Leicht-LKW montieren.
REINFREINF steht für „reinforced“, also verstärkt und weist auf einen höheren Lastindex hin.
XLXL hat die gleiche Bedeutung wie REINF – dieser Reifen kann ein größeres Gewicht tragen.

Nicht alle dieser Kennungen müssen auf der Reifenflanke aufgebacken sein, damit sie gültig sind. Wenn Sie einen XL-Reifen kaufen, werden Sie das XL nur in der Produktbeschreibung finden. Solange die Tragfähigkeit übereinstimmt, ist das kein Problem.

5 Tipps, für Ihre Geländefahrt

  1. Fahren Sie vorausschauend und steigen Sie ggf. aus, um besonders schwere Passagen, wie Wasserlöcher oder Sanddünen besser beurteilen zu können.
  2. Lassen Sie dem Lenkrad bei der Fahrt ein bisschen Spiel – wenn Sie über groben Schotter fahren, sucht sich der Reifen selbst einen Weg und das Risiko einer Reifenverletzung sinkt. Natürlich sollten Sie immer wachsam und bereit sein gegenzulenken.
  3. Fahren Sie Hindernisse mit der passenden Geschwindigkeit an. Für Schlammgruben lieber etwas schneller, damit Sie nicht stecken bleiben, für Gestein eher langsam, um Reifen, Fahrwerk und Unterboden zu schützen.
  4. Vor allem Einsteiger sollten die Kupplung vorerst nur auf sicheren Untergründen zum Anfahren oder Gangwechsel verwenden, sonst kann eine Dünenfahrt schnell zur Rutschpartie werden.
  5. Bei schwierigen Untergründen wie Schlamm oder Sand sollten Sie Ihren Reifenluftdruck anpassen – eine Reduktion um 20-40 % kann abhängig von der Bodenbeschaffenheit Sinn machen.

Quellen

Continental (o.J.): Was sind Offroadreifen? URL: https://www.continental-reifen.de/autoreifen/reifenwissen/reifen-grundlagen/offroadreifen – zuletzt geprüft 08.04.2020.

StVZO (o.J.): § 36 Bereifung und Laufflächen. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html – zuletzt geprüft 08.04.2020.