Niederquerschnittsreifen für ein dynamisches Fahrgefühl

Die Räder sind ein wichtiger Bestandteil Ihres Fahrzeuges – nicht nur für die Funktion sondern auch für die Optik. Ausgefallene und hochwertige Alufelgen sind schon lange beliebt und die Reifenhersteller bieten auch die optisch passenden Niederquerschnittsreifen an. Die besonders niedrige Flanke trägt zum sportlichen Aussehen des Reifens bei und sorgt für ein dynamisches Fahrgefühl. Wir haben hier alle wichtigen Infos zu Niederquerschnittsreifen für Sie gesammelt.

Definition Niederquerschnittsreifen

Ein Niederquerschnittsreifen ist ein Profil, dass eine sehr breite Lauffläche bei einer sehr niedrigen Flankenhöhe hat. Deswegen werden Sie gerne auch als Breitreifen bezeichnet, obwohl diese nicht unbedingt eine niedrige Seitenwand haben müssten. In der Regel trifft das aber zu. Eine eindeutige Definition gibt es nicht – aber es geht immer um ein geringes Querschnittsverhältnis. Das ist das prozentuale Verhältnis von der Laufflächenbreite zur Flankenhöhe.

Als grobe Faustregel gilt: Ein Niederquerschnittsreifen hat eine Flankenhöhe von 55 oder niedriger.

Die Flankenhöhe können Sie ganz einfach aus der Größe ablesen – es ist der zweite Wert hinter dem Schrägstrich (225/40 R18).
Da die Klassifizierung aber immer auch von der Breite der Lauffläche abhängt, gibt es keine genaue Definition und die Begrifflichkeit „Niederquerschnittsreifen“ hat sich im Laufe der Zeit auch verändert.

5 Vorteile von Niederquerschnittsreifen

Die sportlichen Breitreifen sind im Freizeit-Motorsport und im optischen Tuningbereich längst Pflicht. Niederquerschnittsreifen sind aber auch im Alltag angekommen – immer mehr Fahrzeuge (vor allem im Mittel- und Oberklassebereich) werden auch schon ab Werk mit Breitreifen ausgestattet. Hier haben wir die größten Vorteile für Sie gesammelt:

  • Wenn die Reifenflanke schmäler wird, ist mehr Platz für eine größere Felge und das Rad passt trotzdem noch problemlos in den Radkasten.
  • Eine höhere Zollgröße bietet auch mehr Platz für eine größere Bremsanlage – das ist ein Sicherheitsaspekt.
  • Die steifere Reifenflanke überträgt den Lenkeinschlag präziser auf die Fahrbahn – das macht dynamische Kurvenfahrten einfacher.
  • Die Breitreifen liefern ein sportliches Aussehen.
  • Im Sommer haben Sie mit der breiteren Lauffläche einen besseren Grip auf der Straße, da die Auflagefläche insgesamt größer ist. Das sorgt für mehr Kontrolle.

Sind Niederquerschnittsreifen immer UHP?

UHP steht für „ Ultra-High-Performance“-Reifen; das ist Bereifung mit einem Querschnitt unter 45 und einem Geschwindigkeitsindex von V oder mehr („V“ entspricht 240 km/h). UHP-Reifen sind also immer Niederquerschnitt, aber Niederquerschnittsreifen müssen nicht unbedingt UHP sein, wenn Sie eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit haben.

Diese Einschränkungen haben Breitreifen

Wenn Sie auf Niederquerschnittsreifen umsteigen wollen, sollten Sie folgendes bedenken:

  • Die Reifenflanke ist nicht so elastisch, so kann sie weniger Vibrationen abfangen. Das heißt, Bodenwellen werden besser ins Fahrzeuginnere übertragen und das Abrollgeräusch ist tendenziell lauter.
  • Die Reifenflanken sind durch die geringere Höhe anfälliger für Verletzungen.
  • Bei zu niedrigem Luftdruck können Fahrwerkskomponenten beschädigt werden. Sie sollten hier gewissenhaft alle 2 Wochen auf einen passenden Reifendruck prüfen.
  • Bei Schlaglöchern oder an der Bordsteinkante können Sie sowohl Ihren Reifen, als auch die Felge verletzen. Fahren Sie hier besonders vorsichtig. Viele Breitreifen sind deswegen mit einer Felgenschutzleiste ausgestattet.

Diese Eigenschaften werden unterschiedlich stark wahrgenommen und hängen natürlich immer auch von Ihrem eigenen Fahrverhalten ab. Viele unserer Kunden wünschen sich Niederquerschnittsreifen und spüren bezüglich des Fahrkomforts keinen Unterschied. Zusätzlich kann die Preisklasse des Reifens Auswirkungen auf die Performance und das Fahrgefühl haben.

Montage von Niederquerschnittsreifen

Die Montage von Breitreifen ist wegen der steiferen Flanke nicht ganz einfach und kann zusätzliche Maschinen erfordern. Fragen Sie deshalb am besten vorab bei Ihrer Kfz-Werkstatt an, ob Sie Reifen in Ihrer Wunschdimension montieren können.
Vorsicht, wenn Sie auf eine andere Reifengröße umsteigen.

Prüfen Sie auf alle Fälle, ob Ihre gewünschte Reifen-Felgen-Kombination für Ihr Fahrzeug zugelassen ist.

Das können Sie im sogenannten CoC-Dokument herausfinden („Certification of Conformity“; auf deutsch: „EG Übereinstimmungserklärung“). Diese Unterlagen können Sie bei Verlust vom Fahrzeughersteller anfordern. Manche Reifenhersteller bieten außerdem die Reifenfreigabe an. Hier bescheinigt Ihnen der Hersteller, das der Reifen auf Ihren Fahrzeug und der gewünschten Felge gefahren werden darf. Umrüstungen sollten Sie im Zweifel immer mit Ihrer zuständigen TÜV-Stelle besprechen.
Wenn sich die Größe des Reifens ändert kann sich das auch auf den
Abrollumfang auswirken. Eventuell ist eine Tachoangleichung notwendig – das können Sie mit Ihren Kfz-Experten abstimmen.

Quellen

Focus (2009): Extremer Breitreifen von Nexen. URL: https://www.focus.de/auto/news/diamond-bar-usa-extremer-breitreifen-von-nexen_aid_464940.html – zuletzt geprüft 16.04.2020.