Macht ein Felgenschutz Sinn?

Der Felgenschutz bewahrt die Felge vor Kratzern und Verletzungen – eigentlich eine gute Sache. Aber warum ist sie dann nicht schon Standard bei allen Reifen? Gibt es doch einen Haken? Wir beantworten Ihnen diese und weitere wichtige Fragen rund um den Felgenschutz und geben Ihnen Tipps, auf was Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist ein Felgenschutz?

Es gibt verschiedene Varianten wie beispielsweise Aufkleber – die ursprüngliche ist aber die Felgenschutzleiste.

Das ist ein erhabener Gummiring, der sich auf der Reifenflanke direkt an der Kante zur Felge befindet und leicht über das Felgenhorn hinaus steht.

Wenn Sie versehentlich an einem Bordstein entlang schrammen hat zuerst das Gummi Kontakt mit dem Stein und Ihre Felge wird geschont. Vor allem findet die Felgenrippe Einsatz bei UHP-Reifen – diese haben eine besonders breite Lauffläche bei sehr niedriger Flanke. Deswegen ist diese Reifenart anfälliger für Hindernisse auf der Fahrbahn und Anfahrschäden.

Auch wenn Sie optisch keinen Wert auf eine einwandfreie Felge legen, macht es Sinn, sie zu schützen. Eine Korrosion der Felge breitet sich nämlich mit der Zeit auch auf andere Bauteile aus.

Reifen mit Felgenschutz

Warum hat dann nicht jeder Reifen einen Felgenschutz?

Bei Reifen mit einer höheren Flanke ist das Gummi meist etwas ballonartig gewölbt und ragt so ganz natürlich über die Felgenrippe. So ist die Felge durch die Reifenflanke an sich geschützt.
Bei
Stahlfelgen mit Radkappe können Felgenschutzleisten sogar unpraktisch und gefährlich sein. Durch den Wulst kann es passieren, dass die Radkappe nicht richtig sitzt und bei der Fahrt abfällt – das gefährdet die Sicherheit der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer.

Was sind FR-Reifen? Und gibt es einen Unterschied zu Reifen, die mit MFS gekennzeichnet sind?

Die Bezeichnung für die Felgenrippe ist nicht genormt. Das bedeutet es gibt viele Abkürzungen, die im Grunde aber alle das Gleiche bedeuten. Die verschiedenen Hersteller haben teilweise eigene Kürzel für Ihre Reifen definiert, so ist die Fülle an Bezeichnungen gestiegen. Hier haben wir die häufigsten Abkürzungen für Sie aufgelistet:

  • FSL: Felgenschutzleiste
  • FR: Felgenrippe
  • ML: mit Leiste
  • MFS: mit Felgenschutz / Maximum Flange Shield
  • MFSL: mit Felgenschutzleiste
  • RP: Rim Protection
  • RPB: Rim Protection Bar
  • FP: Fringe Protector

Die Abkürzung kann auf der Flanke aufgebacken sein, muss sie aber nicht. Auch ohne sichtbare Kennung erhalten Sie einen Reifen mit Felgenschutzleiste, wenn das beim Produkt vermerkt war.

Brauche ich einen Reifen mit Felgenschutz?

Das ist immer eine Frage des Einsatzzweckes. Wenn Sie viel in der Stadt unterwegs sind und beispielsweise bei einem mobilen Pflegedienst arbeiten, müssen Sie häufig den Bordstein anfahren.
Auch zum
Schutz von hochwertigen Alufelgen macht eine Felgenrippe Sinn. Ein weiterer Einsatzzweck sind Offroader oder Transporter mit C-Reifen. Letztere haben häufig zusätzlich eine verstärkte Reifenflanke, da Lieferwagen und Transporter oft viele Bortsteinfahrten täglich mitmachen.

Grundsätzlich gilt: ein Felgenschutz bietet nie 100%igen Schutz – fahren Sie also trotzdem vorausschauend und mit Bedacht.

Reifen mit Felgenschutz kaufen – das sollten Sie beachten

Die verschiedenen Kennungen können unübersichtlich sein, aber wenn der Reifen eine von ihnen hat, dann hat er auch eine Felgenrippe. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie uns auch gerne direkt kontaktieren und wir finden gemeinsam die perfekte Bereifung für Sie.

Die Hersteller und auch einzelne Profile können sich bei der Ausprägung der Felgenschutzleiste unterscheiden. Manchmal erscheint sie deutlich kleiner, erfüllt aber dennoch den gewünschten Effekt.

Häufig sieht man den Felgenschutz erst richtig, wenn der Reifen auf die Felge gezogen ist. Beachten Sie auch, dass viele Profile nur in bestimmten Größen eine Felgenschutzleiste aufweisen – versichern Sie sich also, dass Sie genau die Größe ausgewählt haben, die Sie benötigen, wenn Sie nach MFS-Reifen suchen.

Alternativen zur Felgenrippe

Wenn Sie Ihr montiertes Profil noch abfahren möchten, aber dennoch nicht auf den Felgenschutz verzichten, dann können sogenannte Felgenrandaufkleber Ihre Lösung sein. Das ist ein gummiähnliches Klebeband, dass Sie direkt auf den Felgenrand aufbringen können. Die Bänder gibt es in verschiedenen Farben – das heißt sie erfüllen nicht nur praktischen, sondern auch optischen Nutzen.

Was mache ich, wenn ich angeschrammt bin?

Egal, ob Sie einen Felgenschutz haben oder nicht, Sie sollten Ihre Reifenflanke immer bei der nächsten Möglichkeit kontrollieren. Ein kurzer Kontakt ist meist nicht schlimm, größere Verletzungen des Gummis oder der Felge könnten aber zu Luftverlust führen – vor der Weiterfahrt lohnt sich ein Blick auf das Rad also immer.

Quellen

Neue Reifenzeitung (2003): Felgenschutzleiste nicht für Stahlfelgen mit Radkappen geeignet. URL: https://reifenpresse.de/2003/01/07/felgenschutzleiste-nicht-fuer-stahlfelgen-mit-radkappen-geeignet/ – zuletzt geprüft 27.05.2020.