DOT-Nummer – Ihr Reifenalter bestimmen

Das Alter der Reifen ist nicht so relevant, wie Sie vielleicht denken – trotzdem ist es gut zu wissen, wie Sie das Baujahr Ihrer Bereifung herausfinden können. Lesen Sie direkt bei uns wie das geht und worauf Sie bei Ihrem Reifen auf alle Fälle achten sollten.

Was bedeutet DOT 4419?

Mit der DOT-Nummer können Sie das Reifenalter bestimmen. DOT bedeutet ausgeschrieben „Department ist Transportation“. Das amerikanische Ministerium hat die Kennzeichnungspflicht für das Reifenalter schon vor 40 Jahren eingeführt. Neben dem ECE-Prüfzeichen ist die Angabe der DOT eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Bereifung in Europa verkauft werden darf. Die DOT-Nummer beinhaltet aber nicht nur das Baujahr der Reifen, sondern auch noch andere Informationen.

Wie lese ich die DOT-Nummer richtig ab?

Das Kürzel DOT steht oft auf beiden Seiten des Reifens, die Informationen dahinter unterscheiden sich aber. Das Reifenalter finden Sie nur auf einer Seite. Der ganze Code besteht auf 12 Zeichen – die letzten 4 geben Produktionsmonat und -jahr an.

Reifenalter ablesen auf der Reifenflanke

Dieser Reifen wurde in der Slowakei produziert – das sagen die ersten zwei Stellen, also der „plant code“ (hier 6Y) aus. Reifen werden heute international produziert und jedes Land hat eine eigene Kennung.

Die Größe des Profils ist 295/30 R19 – dafür stehen die nächsten zwei Zahlen („53“). Diese Kombination nennt man auch „size code“.

Die Stellen danach sind der „type code“ – das ist ein herstellerspezifischer Code, der je nach Unternehmen unterschiedlich aussehen kann. Manchmal ist er auch länger oder kürzer als 4 Zeichen.

Diese Bereifung wurde im November 2019 produziert – das sagen die letzten 4 Zahlen, die üblicherweise in einem Oval dargestellt sind. „44“ steht für die Kalenderwoche, „19“ für das Jahr. Diese Kombination ist das, was wir üblicherweise als DOT-Nummer bezeichnen.

Wie wichtig ist das Reifenalter?

Je neuer desto besser – diese Vermutung liegt nahe, aber ist das auch so? Der BRV (Bundesverband für Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk) definiert ganz klar: Wenn der Reifen fachmännisch gelagert wurde, gilt er bis zu einem Alter von 3 Jahren als frabrikneu, bis zu 5 Jahren als neu. Bei seriösen Reifenanbietern werden die Pneus in Gitterboxen unter gleichbleibender Temperatur und ohne Sonneneinstrahlung eingelagert.
Die
DOT-Nummer sollte nicht Ihr Hauptkriterium für die Neuanschaffung sein. Die Konsistenz der Gummimischung ändert sich mit zunehmendem Alter etwas, für Ihre Sicherheit sind diese 3 Tipps viel wichtiger:

  • Haben Sie noch ausreichend Profil? In Deutschland gilt die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Wir empfehlen Ihnen für den Sommer mindestens 3 mm und für den Winter über 4 mm. Ab dieser Grenze können Ihre Reifen nicht mehr so gut mit verschiedenen Witterungsbedingungen umgehen, weil die Lamellen schon stark abgefahren sind.
  • Weist der Reifen kleine Verletzungen oder poröses Gummi auf? Auch wenn Sie das Loch nicht sehen – wenn der Pneu außergewöhnlich schnell Luft verliert lohnt sich ein Gang zur Werkstatt. Die Kfz-Mechaniker überprüfen, ob der Reifen Schäden aufweist oder ob Felge oder Ventil die Schwachstellen sind.
  • Denken Sie immer auch an Ihren Ersatzreifen. Das Gummi kann über die Zeit porös werden. Wenn diese Bereifung mehrere Jahre unkontrolliert in Ihrem Kofferraum liegt kann es im Ernstfall gut sein, dass sie gar nicht mehr fahrbar ist.

Ein weiteres Indiz dafür, dass der Herstellungszeitpunkt gar nicht so wichtig ist, ist die rechtliche Lage: Es gibt keine gesetzliche Grenze für das Alter Ihrer Reifen.

Eine Ausnahme sind Reifen für Anhänger oder Wohnwagen, die der 100km/h-Zulassung unterliegen. Diese Pneus dürfen gesetzlich nicht älter als 6 Jahre sein – achten Sie beim Kauf auf die DOT-Nummer und fragen ggf. vorher an. Beobachten Sie bei allen anderen Reifen lieber den Zustand genau und halten Sie sich an folgende Vorschläge, damit Sie länger etwas von Ihrem Profil haben.

Wie halten meine Reifen länger?

  1. Fahren Sie vorausschauend. Häufiges Bremsen und Beschleunigen sorgt für mehr Abrieb des Gummis.
  2. Decken Sie die Reifen bei Fahrzeugen die länger stehen ab – so sind Sie vor der Witterung geschützt. Das können zum Beispiel Motorräder, Anhänger oder Wohnmobile sein.
  3. Wechseln Sie Ihre saisonale Bereifung rechtzeitig. Das ist besonders bei Winterreifen wichtig. Die Gummimischung ist weicher und wenn die Temperaturen steigen sorgt das für mehr Abrieb beim Fahren.
  4. Lagern Sie Ihre Reifen dunkel. Sonne kann dafür sorgen, dass das Gummi schneller altert.
  5. Sorgen Sie in Ihrem Lagerraum für eine möglichst konstante Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Sonst wird das Material schneller brüchig.
  6. Besorgen Sie sich einen Reifenbaum, um die Räder waagerecht zu lagern. So ist die Spannung auf dem Material geringer.

Quellen

ADAC (2019): Die Kennzeichnung des PKW-Reifens. URL: https://www.adac.de/-/media/pdf/rund-ums-fahrzeug/reifenkennzeichnung_1480kb.pdf – zuletzt geprüft 05.02.2020.

Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (o.J.): Reifenkauf. URL: https://www.bundesverband-reifenhandel.de/verbraucher/reifenkauf/ – zuletzt geprüft 05.02.2020.